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Schwarzwälder Bote | Dorothee Trommer | 31. Oktober 2013

Spannende Zeitreise zum JubiläumNagold. Auf eine spannende Zeitreise nahm Eckhart Kern zahlreiche interessierte Besucher im Schuhhaus Grüninger mit. Anlass war der 150. Jahrestag der Gründung des Geschäftes, damals im elterlichen Haus von Jakob Grüninger, im Städtle bekannt als "Schuhmacher hinter der Kirche". Die heutige Inhaberin Petra vom Bovert, Nichte von Eberhard Grüninger, begrüßte die Besucher und wies darauf hin, dass zu dem Thema eine Broschüre aufgelegt worden sei, deren Erlös der Urschelstiftung zu Gute komme. Eckhart Kern stellte zu Beginn seines Vortrages fest, dass es nur sehr wenige Firmen in Nagold gebe mit einer derart langen Geschichte und dem Verbleib in derselben Familie.

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Im Jahr 1893 wurde der Neubau des Schuhhauses Grüninger in der Freudenstädter Straße errichtet. (Foto: Grüninger)


Der erste Nagolder Bürger mit dem Namen Grüninger war ein Johann Wendel aus Tübingen, der Metzgermeister von Beruf war. Im Jahr 1715 heiratete er die Tochter des Hirschwirts, was Kern als gute Partie bezeichnete – Metzger und Wirte hätten viel Einfluss in den Städten gehabt. Einer seiner Nachkommen, Jakob Grüninger, veröffentlichte im "Gesellschafter", dem Amts- und Intelligenzblatt für das Oberamt Nagold, im Januar 1863 eine Anzeige, um die Nagolder auf sein neu gegründetes Geschäft aufmerksam zu machen. Hinter der Kirche – damit war die Marienkirche gemeint, von der heute nur noch der Alte Turm steht. Diese fiel im Jahr 1893 einem verheerenden Stadtbrand zum Opfer, der das Viertel zwischen Hirschgasse, Marktstraße und Turmstraße fast vernichtete. Ein tragisches Detail: Die Glocken läuteten erst Sturm und begannen dann zu schmelzen. Mit einer Stimme Mehrheit sorgte der Gemeinderat damals dafür, dass der Turm stehen blieb. "Geschick und Freude am Beruf"

Die Zeit der Geschäftsgründung von Jakob Grüninger war von Modernisierung geprägt. So ist bezeichnend, dass die Stadttore abgerissen worden waren, es gab eine neue Straße nach Nagold und die Handwerker und Geschäftsleute aus Württemberg reisten nach England oder Frankreich zu den Industrie- Ausstellungen.

Zur Zeit des Geschäftsgründung des Vorfahren von Eberhard Grüninger im Jahr 1863 hatte die Stadt Nagold 2429 Einwohner, viele übten nicht nur ein Handwerk aus, sondern hatten auch noch Landwirtschaft nebenher. Es gab immerhin 23 Schuhmacher, deren Anzahl durch Zünfte geregelt worden war. Ein berühmter Schuhmacher und Poet, Hans Sachs, verfasste im Jahr 1568 eine detaillierte Beschreibung der Tätigkeiten und Produkte eines Schuhmachers. Auf die Frage, was man denn als Schuhmacher in besonderem Maß mitbringen müsse, antwortete Eberhard Grüninger, hier sei Geschick und Freude am Beruf zu nennen. Firmengründer Jakob war ganz offensichtlich auch ein tüchtiger Geschäftsmann: schon neun Jahre nach der Geschäftseröffnung ließ er in der Bahnhofstraße ein stattliches Wohn- und Geschäftshaus errichten.

Sohn Christian Wilhelm richtete in der Bahnhofstraße 7 seine Werkstatt und ein Vertragsgeschäft für Salamander-Schuhe ein; in der Nachfolge wurde daraus durch Kauf das heute noch existierende Schuhhaus Hartmann. Im Jahr 1893 wurde in der Freudenstädter Straße das Gebäude errichtet, welches heute noch das Schuhhaus Grüninger beherbergt. Die Ehefrau Luise Pauline betrieb auf einer Seite ein "Specerei- und Victualiengeschäft". Erwähnenswert ist, dass der Gründer des Schuhhaus Raaf, Christian Raaf, bei Jakob Grüninger in die Lehre gegangen ist.


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